EZ 28. Juli 2008: Schöne Aussichten für die letzten Festivaltage


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Kino auf der Burg meldet nach zwei Dritteln rund 10 ‍000 Besucher - Morgen geht’s mit „P. S. Ich liebe dich“ weiter

Von Gaby Weiß

Gerade mal zwei Tage lang dürfen die Organisatoren des Filmfestivals auf der Esslinger Burg ein wenig verschnaufen - bereits morgen geht es in die dritte und letzte Runde. Vier Kinonächte unter freiem Himmel stehen noch bis Samstag auf dem Programm, und wenn das Wetter bis zum Wochenende hält, was die vergangenen Tage bereits versprachen, dann dürfte dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen. Rund 10 000 Besucher wurden bislang im Kino auf der Burg gezählt - mit deutlich steigender Tendenz in der vergangenen Woche.Stefan Hart, Sibylle Tejkl und all die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Kommunalen Kinos haben bislang ein prächtiges Festival hingelegt. Mehr denn je hat das Publikum die einmalige Atmosphäre auf der Esslinger Burg gelobt, die Organisation klappt perfekt, und weil mit jedem Jahr mehr Besucher schon kurz nach 20 Uhr auf die Burg kommen, um das qualitativ anspruchsvolle musikalische Vorprogramm zu genießen, gibt es selbst bei starkem Andrang kaum mehr längere Schlangen an den Kassen. Nicht minder wichtig ist, dass auch die Filmauswahl in diesem Jahr fast durchweg vom Publikum honoriert wurde: Wenn sich die Besucher trotzdem an manchen Abenden rarer als erwartet machten, so lag dies meist an der unsicheren Witterung. Rechnet man die äußeren Faktoren hinzu, so blieb im Grunde nur ein Film deutlich hinter den Erwartungen zurück: Thomas Roths filmische Musiker-Biographie „Falco“, die trotz unbestrittener Qualität schon in den Kinos die Erwartungen nicht erfüllt hatte und die nun auch auf der Burg mit rund 1000 Besuchern trotz angenehmer Witterung bei weitem nicht die Zahlen gebracht hat, die sich die Veranstalter erhofft hatten.

Folkmusik und auch etwas fürs Herz

Wer im Kino gerne auch mal etwas fürs Herz mag, ist morgen auf der Esslinger Burg richtig: Mit der bittersüßen Liebesgeschichte „P. S. Ich liebe dich“ nach dem gleichnamigen Bestseller von Cecilia Ahern startet das Open-Air-Filmfestival, das wie immer vom Kommunalen Kino und der Eßlinger Zeitung mit Unterstützung der Volksbank Esslingen präsentiert wird, ins letzte Drittel. Filmbeginn ist um 21.45 Uhr, zuvor läuft der schwedische Kurzfilm „Peptalk“. Bereits ab 20.15 Uhr sorgen die McMontos mit schottischer und irischer Folkmusik für Stimmung.

Cineasten mit einer Vorliebe für die Klassiker der Filmkunst freuen sich schon lange auf den Donnerstag, wenn Fritz Langs „Metropolis“ in einer mit großem Aufwand digital bearbeiteten Version ab 21.45 Uhr auf der Burg zu sehen ist. Was den Abend zum ganz besonderen Erlebnis macht: Die international angesehenen Filmmusiker Frank Strobel und Pierre Oser werden die Original-Filmmusik aus dem Jahre 1927 auf der Burg live spielen. Im Vorprogramm ist ab 20.15 Uhr das Banana Jazz Trio zu hören, den filmischen Kontrast zum schwarzweißen Stummfilm setzt der animierte Kurzfilm „Video 3000“.

Generationen von Schülern haben Morton Rhues Buch „Die Welle“ schon gelesen und sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie anfällig Menschen für totalitäre Tendenzen sind. Der deutsche Regisseur Dennis Gansel hat die Vorlage im vergangenen Jahr eindrucksvoll mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle verfilmt - am Freitag läuft „Die Welle“ ab 22 Uhr auf der Esslinger Burg. Zuvor ist der spanische Kurzfilm „Hiyab - Das Kopftuch“ zu sehen, den musikalischen Teil des Abends bestreitet ab 20.30 Uhr die Stuttgarter Indie-Band Monochrome.

„Zusammen ist man weniger allein“

Die letzte Chance, in diesem Jahr einen netten Abend im Kino auf der Esslinger Burg zu erleben, bietet sich am Samstag: Das Duo L’accor-déon rance sorgt ab 20.30 Uhr für einen zauberhaften Start in den Abend. Und ehe ab 22 Uhr Claude Berris Film „Zusammen ist man weniger allein“ nach Anna Gavaldas gleichnamigem Bestseller über die Leinwand flimmert, darf sich das Publikum auf Cédric Klapischs Kurzfilm „Poisson Rouge“ freuen.

Quelle: Eßlinger Zeitung 29.7.2008