EZ 30. Juli 2007: Wir gehen optimistisch in die neue Woche


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15. Kino auf der Burg erfolgreich gestartet - 130 ehrenamtliche Helfer legen Hand an

Nachdem Petrus dem Kino auf der Burg im vergangenen Sommer übel mitgespielt hat, sind die Macher vom Kommunalen Kino (Koki) Esslingen dieses Jahr bislang zufrieden: Obwohl das Wetter am Wochenende unbeständig war, gehen sie optimistisch in die neue Woche - vor allem Dank des fulminanten Starts am Donnerstag.

Von Jochen Blind

Gleich der erste Spieltag mit der bayerischen Erfolgskomödie „Wer früher stirbt ist länger tot“ bescherte den Veranstaltern eine ausverkaufte Burg. 3000 Besucher drängten sich bei bestem Wetter auf den Stühlen und der Liegefläche. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war bei insgesamt 13 Vorführungen zusammengerechnet gerade mal das Vierfache an Besuchern da. Die Freude über diesen erfolgreichen Start war dementsprechend groß: „So ein Feeling hatten wir seit zwei Jahren nicht mehr“, zeigten sich die Koki-Geschäftsführer Sibylle Tejkl und Stefan Hart erleichtert. Insbesondere für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer sei diese Erfahrung - nach dem verheerenden Openair-Sommer 2006 - wichtig gewesen. Viele haben extra Urlaub genommen, um helfen zu können - zum Beispiel auch SWR-Fernsehmoderator Clemens Bratzler, der jeden Abend auf der Burg durchs Programm führt.

Nicht zum Essen gekommen

Aufgrund des Besucheransturms sei es zwar an manchen Stellen etwas chaotisch gewesen. „Aber die Helfer wollen Stress, weil die Arbeit erst dann richtig Spaß macht“, so Hart. Wie stressig es wirklich war, ist den Geschäftsführern des Kommunalen Kinos vor allem an einer Stelle aufgefallen: „Noch nie haben unsere Helfer so wenige Essensmarken eingelöst wie an diesem Abend“, berichtet Tejkl, „die sind gar nicht zum Essen gekommen“.

Auch der zweite Abend mit dem bewegenden Liebesfilm „Emmas Glück“ stellte die Veranstalter zufrieden. Rund 1800 Besucher kamen am Freitag auf die Burg. Die Filmauswahl des Kommunalen Kinos trifft ganz offensichtlich den Nerv des Esslinger Publikums. „Wir haben bei der Programmgestaltung natürlich immer die verschiedenen Zielgruppen im Kopf“, erklärt Hart. Deswegen sei die Bandbreite der gezeigten Filme so groß. „Unser Herz hängt aber vor allem an gutem Programmkino“, betont er.

Die Freude über die gut besuchten Vorführungen am Donnerstag und Freitag wurde auch durch das wechselhafte Wetter am Wochenende kaum getrübt. „Der Auftakt ist insgesamt um Welten besser als im vergangenen Jahr“, berichtet Vorstandsmitglied Bärbel Lattuch, die ehrenamtlich an der Kasse arbeitet. „Es ist einfach eine ganz andere Stimmung“, ergänzt Klaus Christ, der für die Cinebar verantwortlich ist und dem Förderverein des Kommunalen Kinos vorsteht.

Verregneter Mr. Bean

Nur eines schmerzt die Veranstalter: Der Samstag blieb mit „Mr. Bean macht Ferien“ deutlich hinter den Erwartungen zurück. „Es ist traurig, dass schon im zweiten Jahr in Folge unser Familientag verregnet war“, so Sibylle Tejkl. Für die kleinen Besucher hatten sich die Helfer zahlreiche Aktionen einfallen lassen: Es gab ein Filmquiz, eine Bastelaktion, eine Wurfwand und Kinderbowle mit Erdbeeren und Himbeeren. Weil der Familientag aber trotz des nasskalten Wetters wieder Anklang gefunden hat, soll es ihn auch im nächsten Jahr geben. „Vorausgesetzt, wir finden einen passenden Film für die ganze Familie“, betont Hart.

Zum Ausklang des ersten Wochenendes beim 15. Kino auf der Burg gab es gestern Abend dann noch die zauberhafte Komödie „Die Herbstzeitlosen“ aus der Schweiz, die beim Publikum besonders gut ankam. Für die nächsten Tage sagen die meisten Wetterprognosen zwar eine Abkühlung voraus. Allerdings soll es trocken bleiben. „Das ist doch wirklich Grund zum Optimismus“, so die beiden Cheforganisatoren.

Heute Abend ist auf der Burg ab 21.30 Uhr die Literaturverfilmung „Das Parfum“ zu sehen. Morgen wird um 22 Uhr das amerikanische Roadmovie „Little Miss Sunshine“ gezeigt. Und am Mittwoch gibt es ab 22 Uhr die romantische Liebeskomödie „Mitten ins Herz“.

Quelle: Eßlinger Zeitung 30.7.2007