EZ 31.7.2006: Damit alles wie am Schnürchen klappt


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Gelungener Start für "Kino auf der Burg"

Das Filmfestival des Kommunalen Kinos erlebte am Wochenende einen Traumstart: Tausende pilgerten an den ersten Abenden auf die Burg, um sich mit sehenswerten Filmen, flotter Livemusik und einem attraktiven gastronomischen Angebot verwöhnen zu lassen. Und hinter den Kulissen des "Kinos auf der Burg" sorgte ein Heer ehrenamtlicher Helfer dafür, dass alles perfekt klappt.

Quelle: Eßlinger Zeitung 31.7.2006


Damit alles wie am Schnürchen klappt

Esslingen: 164 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer legen im "Kino auf der Burg" Hand an - Gelungenes erstes Wochenende Einen besseren Start hätten sich die Macher des 14. "Kinos auf der Burg" nicht wünschen können: Das Wetter blieb an den ersten Abenden weitgehend trocken, das Publikum kam am Freitag und Samstag in Scharen. Während der 13 Vorstellungen sorgen 164 ehrenamtliche Helfer dafür, dass alles wie am Schnürchen klappt - so viele wie noch nie.

Von Jochen Blind

"Anfangs hatten wir etwas Bammel, ob wir genügend Helfer finden", gesteht Cheforganisatorin Sibylle Tejkl vom Kommunalen Kino. Schließlich habe man in diesem Jahr 13 Vorstellungen zu bewältigen. Doch die Sorgen erwiesen sich als unbegründet: Es meldeten sich deutlich mehr Helfer als die jetzt eingeteilten 164. "Ohne sie wäre die Veranstaltung nicht durchführbar", betont Tejkl. Auf mindestens 2500 Arbeitsstunden bringen es die vielen Helfer. "Das ist brutal, das könnte niemand zahlen." Zu tun gibt es vieles: beim Auf- und Abbau, an den Kassen, als Ordner, am Infostand, bei der Technik sowie an der Ramazzotti-Bar und der "Cinebar".

"Cinebar" ist auf Anhieb ein Hit

Die "Cinebar" feiert in diesem Jahr ihre Premiere. Im Rondell am Rande des inneren Burgplatzes werden Cocktails, Longdrinks, spritzige Sommerbowlen, Softdrinks sowie Weine und Sekt aus Esslingen angeboten. "Das Publikum nimmt diese Neuerung sehr gut an", freut sich Stefan Hart vom Kommunalen Kino. Entworfen und gebaut wurde die Bar von Schreiner Joachim Blessing - ehrenamtlich, versteht sich. Sie wird beim Kino auf der Burg eine feste Größe werden. "Die hält mehrere Jahre", verspricht der 40-jährige Esslinger.

Dafür, dass an der "Cinebar" alles perfekt klappt, sorgt Klaus Christ. Er hat sich extra drei Wochen Urlaub genommen, um jeden Tag beim "Kino auf der Burg" mithelfen zu können. Damit ist die Hälfte seines Jahresurlaubs auch schon verbraucht. "Aber ich habe ja noch die andere Hälfte zum Erholen", lacht der 46-Jährige. Es sei eine ganz besondere Herausforderung gewesen, die Logistik für die Bar aufzubauen. "Der Start war schon etwas holprig", erzählt er. Am ersten Abend habe man beispielsweise zu wenig Eis gehabt. "Das Publikum ist aber sehr geduldig", betont Klaus Christ, der Vorstandsmitglied des Kommunalen Kinos ist.

Nicht nur für die "Cinebar" war 2006 die Premiere. Auch Steffi Rieke ist zum ersten Mal dabei. "Ich wollte einen Einblick bekommen, wie man ein Open-air-Kino macht", erzählt die 39-Jährige aus Calw. Eine Woche lang steht sie an der "Cinebar", schnippelt Früchte für die Bowle, zerstampft Eis, mixt Cocktails. Das hat sie vorher noch nie gemacht. Dennoch klappt es ohne Probleme: "Jahrelang war man es gewohnt, vor den Bars zu stehen und Cocktails zu bestellen, jetzt steht man halt hinter der Bar", lacht Steffi Rieke. Für sie das schönste Erlebnis: "Ich kannte vorher kaum jemanden, aber man ist sofort voll dabei und es macht riesigen Spaß, hier mitzuarbeiten."

Marc Dittrich hat einen der wichtigsten Jobs im "Kino auf der Burg": Er ist Filmvorführer. Deshalb gehört er zu den wenigen bezahlten Kräften auf der Burg. "Das was er bekommt steht aber in keinem Verhältnis zu dem, was er macht", betont Sibylle Tejkl. So ist der 30-Jährige, der ab September im Plochinger Gymnasium als Referendar für Kunst arbeitet, nicht nur jeden Abend auf der Burg mit dabei, sondern verbringt tagsüber die meiste Zeit im Kommunalen Kino, um Filme zu sichten, auf ihre Qualität zu prüfen und die Werbeblöcke zusammenzustellen.

Quelle: Eßlinger Zeitung 31.7.2006


"Ich liebe diesen Verein"

Esslingen (jb) - Pro Abend sind im "Kino auf der Burg" etwa 50 Ehrenamtler im Einsatz. Und wenn Not am Mann ist, springen auch andere bereitwillig ein. "Am ersten Abend ist an der Bar die Spülmaschine ausgefallen", berichtet Koki-Geschäftsführerin Sibylle Tejkl. Sofort seien einige Helfer, die eigentlich gar keinen Dienst gehabt hätten, zum Spüldienst angetreten. Die meisten Helfer waren schon öfter dabei. "Diese Kontinuität ist sehr wichtig und angenehm für uns", betont Tejkl. Einige seien sogar von Beginn an dabei, seit 14 Jahren also. Eine davon ist Sabine Merkle. Warum sie wieder mithilft? Ihre Antwort können wohl alle Helfer unterschreiben: "Ich liebe diesen Verein." Auch prominente Unterstützung gibt es: SWR-Moderator Clemens Bratzler führt an acht Abenden durchs Rahmenprogramm. Er ist seit einem Jahr Mitglied im Verein des Kommunalen Kinos. Im April moderierte der 34-Jährige bereits die Verleihung der Goldenen Zwiebel. Und so musste er nicht lange gebeten werden: "Ich unterstütze das hier gerne, das ist eine gute Sache." Vor allem die tolle Atmosphäre auf dem Burggelände habe es ihm angetan.

Quelle: Eßlinger Zeitung 31.7.2006