EZ 7.8.2005: Rund 11 000 Zuschauer


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Europäische Filme kommen gut an

ESSLINGEN: Rund 11 000 Zuschauer beim Kino auf der Burg

Am Wochenende ging das 13. Kino auf der Burg zu Ende - und die Veranstalter vom Kommunalen Kino Esslingen ziehen Bilanz. Die fällt wegen des Schmuddelwetters schlechter aus als in den Jahren zuvor, die Organisatoren sind aber dennoch zufrieden. Immerhin kamen etwa 11 000 Zuschauer zu den sieben öffentlichen Vorstellungen.

Von Jochen Blind

Und am Tag des Ehrenamts, an dem es besonders heftige Regenschauer gab, kam auch ein Drittel der geladenen Besucher. "Da müssen wir unserem treuen Publikum ein riesengroßes Dankeschön sagen", betont Cheforganisatorin Sibylle Tejkl. Das nasskalte Wetter warf unter anderem den großen Filmfavoriten aus dem Rennen: Denn im Vorverkauf hatte es noch so ausgesehen, als würde Dani Levys preisgekrönte Komödie "Alles auf Zucker" der große Abräumer werden. Wegen des Regens am Auftaktabend fanden letztendlich aber nur 900 Menschen den Weg auf die Esslinger Burg. "Das Wetter hat uns allein an diesem Abend rund 2000 Zuschauer gekostet", erklärt Stefan Hart, Mitarbeiter des Kommunalen Kinos. Auch die "Ray"-Vorführung am vorletzten Abend sei wegen des Regens weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Und so gab es in diesem Jahr nur eine ausverkaufte Vorstellung: Zu Til Schweigers Komödie "Barfuss" waren am Donnerstag mehr als 2800 Besucher gekommen. Ausgerechnet an diesem Abend haperte es dann bei der Technik: Nässe und Kälte hatten der Tonleitung zugesetzt. Die Vorstellung musste kurzzeitig unterbrochen werden, um die Ersatzleitung in Betrieb zu nehmen. Das Esslinger Publikum nahm es jedoch gelassen.

Stummfilm zieht nur Cineasten an

Das Highlight für eingefleischte Cineasten lief am Sonntag: Fritz Langs Stummfilmklassiker "Der müde Tod" wurde begleitet vom Ensemble Tintinambula. Die Ränge waren an diesem Abend mit rund 400 Zuschauern jedoch sehr spärlich besetzt - und das lag nicht nur am Wetter: "Der Filmtitel wirkte dann doch auf viele eher abschreckend", glaubt Organisator Stefan Hart. "Aber wir konnten dem Film ja nicht einfach mal kurz einen fürs Massenpublikum ansprechenderen Titel geben", schmunzelt er. Man müsse aber doch nachdenken, ob es im nächsten Jahr wieder einen Stummfilm geben soll.

Insgesamt zeigen sich die Veranstalter mit ihrer Filmauswahl sehr zufrieden. "Es war gut, wieder auf europäisches Programmkino zu setzen", glaubt Sibylle Tejkl. "Das wird von unserem Publikum einfach mehr goutiert als Hollywood-Filme." Und die Besuchszahlen belegten, dass für jeden etwas dabei gewesen sei.

"Die fünfte Jahreszeit"

Aber nicht nur die Veranstalter vom Kommunalen Kino ziehen eine positive Bilanz. Auch bei den zahlreichen Gastronomie-Ständen waren zufriedene Gesichter zu sehen. "Crêpes werden bei jedem Wetter gegessen", freut sich Roland Weiß, der seit zehn Jahren einen Stand beim Esslinger Open-air-Kino hat. Und Klaus Berger, Hauptgastronom der Veranstaltung, ergänzt: "Es war toll, dass trotz des Wetters doch so viele Leute gekommen sind."

Das Open-air-Kino auf der Burg wäre ohne ehrenamtliche Helfer gar nicht zu schaffen. 131 Engagierte hat man dieses Jahr beim Kommunalen Kino gezählt. Viele davon sind schon von Anfang an dabei. Für Sabine Schönig-Müller ist das Kino auf der Burg "die fünfte Jahreszeit". Und Sabine Merkle, ebenfalls seit 13 Jahren ehrenamtlich dabei, hat sich sogar extra Urlaub genommen, um wieder mit helfen zu können. Wehmut kam zum Abschluss dann doch auf. Denn Wolfgang Trostorf, einer der Mitbegründer des Kinos auf der Burg, verlässt nach 17 Jahren das Kommunale Kino. Die zahlreichen Helfer und das Publikum dankten ihm am letzten Abend mit viel Applaus.

Quelle: Eßlinger Zeitung 7.8.2005