EZ 30.7.2005: Trotz unsicheren Wetters feiern rund 1000 Zuschauer den Festivalauftakt


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Fans lassen sich die Stimmung nicht vermiesen

ESSLINGEN: Trotz unsicheren Wetters feiern rund 1000 Zuschauer den Festivalauftakt - Hartgesottene haben doppelt Spaß

BLICKPUNKT KINO AUF DER BURG

Von Alexander Maier

Filmfans haben Sinn fürs Dramatische, doch derart spannend hätte es Petrus gestern zum Start des Kinos auf der Burg gewiss nicht machen müssen. Denn am frühen Abend zogen pechschwarze Wolken auf und verbreiteten zeitweise auch auf der Esslinger Burg Weltuntergangsstimmung. Ärgerlich für die Open-air-Crew des Kommunalen Kinos, die gestern gewiss volles Haus gehabt hätte - wenn das Wetter nur halbwegs mitgespielt hätte. Dennoch wagten sich überraschend viele auf Esslingens Höhen, um Dani Levys köstliche Komödie "Alles auf Zucker!" unter freiem Himmel zu erleben. Und die, die gekommen waren, ließen sich die Festivalfreude nicht trüben, sondern zeigten Petrus eine lange Nase und feierten umso munterer. Kein Wunder, dass Kino-Geschäftsführer Wolfgang Trostorf dennoch schwärmte: "Wir haben immerhin rund 1000 Zuschauer, aber eine Stimmung, als wären es 2000."

Vorverkauf versprach Riesenandrang

Es hätte solch eine rauschende Party zum Auftakt des Filmfestivals auf der Esslinger Burg werden können: Das Kommunale Kino hatte wie immer alles perfekt organisiert, der Vorverkauf für diesen Abend lief prächtig, die Gastronomie war auf einen größeren Publikumsansturm vorbereitet und viele Filmfans freuten sich bereits auf eine wunderschöne, lange Kinonacht. Doch wie so viele Open-air-Veranstalter bekam auch das Kommunale Kino die unsichere Wetterlage dieses Sommers voll zu spüren. Und das war besonders ärgerlich, weil "Alles auf Zucker!" im Vorverkauf die Konkurrenz abgehängt und den Veranstaltern eigentlich einen Riesenandrang versprochen hatte. Nur eines hatten die Kinomacher nicht in der Hand: das Wetter. Und das machte ihnen prompt einen Strich durch die Rechnung.

Nur gut, dass die finsteren Wolken nach heftigem Regen und Donnergrollen lange vor Filmbeginn weiterzogen, ohne größeren Schaden anzurichten: Bis auf enttäuschte Organisatoren und durchnässte Kleider gab's keine größeren Probleme. Nur die Anlage der Gruppe Mesinke, die das Publikum mit Klezmer-Musik und jiddischen Liedern auf Dani Levys Komödie einstimmen wollte, hatte offenbar etwas abbekommen - so musste die Musik eben vom Band eingespielt werden.

Neue Chance, neues Glück

Doch genau wie die unsichere Witterung nahmen die meisten Besucher auch dieses kleine Missgeschick gelassen und feierten auf der Burg eine Kino-Party, als wäre nichts gewesen. "Die Esslinger lassen sich ihren Sommer halt nicht so rasch vermiesen", schmunzelte ein Besucher und ließ sich sein Eis wie im Hochsommer schmecken, während die Hartgesottensten nach kurzem Zögern sogar die Isomatten auspackten und sich ins Gras legten, als wäre überhaupt nichts gewesen.

Als Dani Levys Komödie "Alles auf Zucker" dann pünktlich um 22 Uhr anlief, durften sich die Hardcore-Open-air-Cineasten, die den Weg trotz alledem auf die Esslinger Burg gefunden hatten, doch noch auf einen unterhaltsamen Abend freuen. Und den Veranstaltern blieb immerhin ein Trost: Heute geht das Kino auf der Burg in die zweite Runde - neue Chance, neues Glück.

Etwa ab 20.30 Uhr sorgt heute das Banana Jazz Trio mit Jazz-Standards, Bossa Novas und Balladen für Stimmung. Ab 22 Uhr ist Christophe Barratiers wundervoller Film "Die Kinder des Monsieur Mathieu" zu sehen. Als Extra-Bonbon läuft vor dem Hauptfilm Zoltan Spirandellis kultiger Kurzfilm "Der Hahn ist tot", der Liebling des Burg-Publikums.

Quelle: Eßlinger Zeitung 2005, 30. Juli 2005