EZ 29.7.2005: Kino zeigt sich von seiner schönsten Seite


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Kino zeigt sich von seiner schönsten Seite

ESSLINGEN: Heute beginnt das Filmfestival auf der Burg - Sieben Abende lang Live-Musik und Filmgenuss unter freiem Himmel

(gw) - Von heute an heißt es wieder "Leinwand frei" im Kino auf der Esslinger Burg. Sieben Abende lang dürfen sich Film-Fans und Cineasten auf unterhaltsame Stunden im schönsten Filmpalast weit und breit freuen: Unter freiem Himmel zeigt Esslingens Kommunales Kino die schönsten Filme der Saison in einzigartigem Ambiente. Zum besonderen Flair dieses Freilicht-Film-Festivals, das bereits zum 13. Male von der Eßlinger Zeitung präsentiert wird, trägt an jedem Abend eine Live-Band bei. Und als Extra-Bonbon pflegt das Kommunale Kino die gute Tradition, das Filmprogramm mit einem Kurzfilm zu eröffnen.

Hannelore und Henry zum Auftakt

Los geht es heute gegen 20.30 Uhr mit der Gruppe "Mesinke", die das Publikum mit Klezmermusik und jiddischen Liedern auf einen unterhaltsamen Kinoabend auf der Burg einstimmen möchte. Nach Einbruch der Dunkelheit läuft zunächst der schwedische Kurzfilm "Girl Power", der demonstriert, wie Frauen die hartnäckigsten (Transport-) Probleme mit Eleganz und Nachhaltigkeit lösen. Und ab 22 Uhr zeigt das Kommunale Kino mit Dani Levys köstlicher Komödie "Alles auf Zucker!" ein cineastisches Kabinettstückchen: Der Zocker Jaeckie Zucker (Henry Hübchen) und sein streng gläubiger Bruder Samuel (Udo Samel) sind sich seit Jahrzehnten spinnefeind. Nach dem Tod ihrer Mutter müssen sich die beiden jedoch zusammenraufen, wenn sie Mutters Erbe nicht verlieren wollen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn zwischen den beiden und mehr noch zwischen ihren Frauen (Hannelore Elsner und Golda Tencer) liegen Welten.

Ein weiteres Highlight des europäischen Films ist am Samstag zu sehen. Ehe der Projektor angeworfen wird, ist ab 20.30 Uhr das "Banana Jazz Trio" mit Jazzstandards, Bossa Novas und Balladen zu hören. Das abendliche Filmprogramm beginnt mit Zoltan Spirandellis "Der Hahn ist tot", dem absoluten Lieblings-Kurzfilm des Esslinger Publikums, der auch im 13. Jahr nichts von seinem Charme eingebüßt hat. Im Mittelpunkt des Abends steht ab 22 Uhr Christophe Barratiers Film "Die Kinder des Monsieur Mathieu" - ein wunderschöner Film, der durch seinen feinen Witz, seine schauspielerische Güte und die märchenhafte Atmosphäre, gewoben aus nostalgischem Licht, fließender Kamera und vor allem ergreifend schöner Musik, besticht. Die Geschichte jedenfalls ist ergreifend: 1949 tritt der arbeitslose Musiker Clément Mathieu eine Stelle als Pedell in einer Besserungsanstalt für schwererziehbare Jungen an, die dort wie Strafgefangene gehalten werden. Mathieu, ein warmherziger und humorvoller Mann, bringt etwas Menschlichkeit in das trostlose Gemäuer. Er gründet einen Knabenchor und gibt den Jungs mit seiner Musik ein Stück Selbstachtung, Freude und Geborgenheit. Doch das gefällt leider nicht allen im Internat.

Viele Film-Gourmets dürften sich besonders auf den ersten Sonntag im Kino auf der Burg freuen, denn am 31. Juli steht der Stummfilmabend im Filmpalast unter dem Sternenzelt auf dem Programm. Livemusik mit den "Louisiana Funky Butts" eröffnet um 20.30 Uhr eine rauschende Kino-Party. Ignacio Ferreras' Kurzfilm "How to Cope With Death" erzählt nach Einbruch der Dunkelheit von einer alten Dame, die nur zu genau weiß, wie man den Tod in Schach hält. Ab 22 Uhr ist dann der Stummfilm "Der müde Tod" zu sehen, der 1921 von Fritz Lang und Thea von Harbou gedreht wurde - ein bildgewaltiger, toll ausgestatteter Stummfilmklassiker, der als "Urahn des fantastischen Genres" in die Filmgeschichte einging: Ein Mädchen bittet den Tod, der seines Amtes überdrüssig ist, um das Leben ihres Geliebten. Gevatter Tod verspricht Gnade, wenn sie einen von drei jungen Männern retten kann, die wegen der Liebe zu einer Frau in Konflikt mit Mächtigen geraten sind. Live begleitet wird der Film vom "Ensemble Tintinambula".

Im Weltall ist die Hölle los

Weiter geht es am 3. August: Nach Live-Musik mit "The Players" und dem Kurzfilm "Jürgen in seinem Passat" heißt es ab 21.45 Uhr "Die fetten Jahre sind vorbei" - viel Spaß mit einer flotten, klugen und prima gespielten Tragikomödie. Am 4. August ist ab 20.30 Uhr Live-Musik mit den "Melodious Tales" angesagt. Anschließend läuft der Kurzfilm "Omnibus", ehe ab 22 Uhr Til Schweigers Überraschungserfolg "Barfuß" zu sehen ist. Am 5. August setzt ab 20.15 Uhr die Gruppe "mundART" mit Gospels & more die musikalischen Akzente, nach Einbruch der Dunkelheit ist zunächst der Vorfilm "Two Cars - One Night" zu sehen, danach darf sich das Open-air-Kinopublikum auf Taylor Hackfords großartige Filmbiografie "Ray" freuen, die das schillernde Leben des großen Musikers Ray Charles nachzeichnet. Und zum Finale läuft am 6. August ab 22 Uhr nach dem Kurzfilm "Invasion of the Planet Earth" die Science-Fiction-Komödie "Per Anhalter durch die Galaxis". Bereits ab 20.30 Uhr spielt "Jive Injector".

Quelle: Eßlinger Zeitung 2005, 29. Juli 2005

So geht's ins Kino auf der Burg

Esslingen (gw) - Der malerisch gelegene Innenhof der Esslinger Burg fasst bis zu 3000 Besucher. Ein Teil des Platzes ist mit bequemen Hochlehnerstühlen bestückt. Wer die Filme lieber liegend genießen möchte, findet auf der Wiese genügend Platz für Iso-Matten und Decken.Vorverkauf im EZ-Haus am Esslinger Marktplatz und beim Breuninger Ticketcenter in Stuttgart. Beim Kommunalen Kino gibt es keine Tickets, telefonische Kartenreservierungen sind nicht möglich.Kassen am oberen Ende der Burgstaffel, am Zugang vom Äußeren Burgplatz und am Ende des Karl-Fuchs-Weges öffnen um 19 Uhr.

Tickets:

Der Eintritt für Film und Live-Musik kostet 7,50 Euro (ermäßigt fünf Euro). Erstmals gibt es in diesem Jahr eine Familienkarte für 22,50 Euro, die nur an der Abendkasse gekauft werden kann und für einen Kinobesuch von zwei Erwachsenen und zwei Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren gilt. Für weitere Kinder oder Jugendliche, die mitkommen, werden jeweils fünf Euro zugezahlt. Die Fünfer-Karte für 32,50 Euro ist nur gültig für eine Karte pro Abend und kann nur im Vorverkauf oder am Infostand auf dem Veranstaltungsgelände erworben werden.

Die Anreise:

Am besten reist man mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß an. An der Burg und in den umliegenden Straßen gibt es keine Parkmöglichkeit, das Parkhaus Flandernstraße ist ausgeschildert.

Quelle: Eßlinger Zeitung 2005, 29. Juli 2005

Siehe auch die Anfahrtsbeschreibung dieser Website