EZ 4.8.2004: Filmfestival auf Rekordkurs


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Filmfestival auf Rekordkurs

ESSLINGEN: "Kino auf der Burg" geht in die zweite Runde

20 000-Zuschauer-Marke soll kein Traum bleiben

Von Alexander Maier

Sibylle Tejkl, Wolfgang Trostorf und ihre vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer aus den Reihen des Kommunalen Kinos Esslingen strahlen in diesen Tagen mit der Sonne um die Wette: Selten war Petrus dem "Kino auf der Burg" wohler gesonnen als in diesem Jahr - und selten war die Atmosphäre im Filmpalast unter dem Sternenzelt ungetrübter. Bereits zum zwölften Male bieten die Kinomacher von der Maille zur Sommerzeit Filmgenuss auf Esslingens Höhen, und wenn das Wetter weiterhin so gute Miene zum fröhlichen Lichtspiel macht, muss die 20 000-Zuschauer-Marke am Ende kein Traum bleiben.

Mut zur Qualität wird belohnt

Schon nach der ersten Woche ist das Freilicht-Filmfestival auf Erfolgskurs: Bislang wurden rund 9500 Zuschauer gezählt - und das, obwohl die besonders publikumsträchtigen Streifen wie "Das Wunder von Bern" oder "Der Herr der Ringe" erst noch kommen. Doch das Esslinger Kinopublikum schielt offenbar gar nicht so sehr nach großen Namen - das Konzept des Kommunalen Kinos, nicht nur den populären Hollywood-Mainstream rauf und runter zu spielen, sondern auch ambitionierten "kleineren" Filmen eine Chance zu geben, wird honoriert: Die deutsch-neuseeländische Produktion "Whale Rider" war mit 3000 Besuchern nicht nur die bislang bestbesuchte Vorstellung in diesem Jahr - auch die Stimmung war in dieser lauen Sommernacht vorzüglich. Und für die zweite Woche des Festivals ist bislang Lars Büchels deutscher Film "Erbsen auf halb 6", der heute Abend auf der Esslinger Burg zu sehen ist, der absolute Vorverkaufsrenner - ein Streifen, der den Veranstaltern zwar besonders am Herzen liegt, der allerdings nicht den ganz großen Zulauf versprach. Wichtiger als alle Zahlen ist für Sibylle Tejkl jedoch "die ganz entspannte Atmosphäre" auf der Esslinger Burg. Zu der trägt auch eine kleine, aber effektive Korrektur im Konzept bei: Der Gastronomiebereich wurde von unterhalb des Kanonenbuckels seitlich in Richtung Amphitheater verlegt - so sind die besten Kinoplätze nicht länger von Ständen und Buden belegt und die Verpflegung läuft noch reibungsloser.

Weil es sich inzwischen bei vielen auch herumgesprochen hat, dass man am besten nicht erst zu Filmbeginn, sondern bereits zum musikalischen Vorprogramm auf die Burg kommt, verteilt sich der Ansturm auf Kassen und Verpflegungsstände gleichmäßiger als in früheren Jahren. So hofft die Kino-Crew nun vor allem, dass sich die erfreulichen Wettervorhersagen für die kommenden Tage bewahrheiten - dann purzeln auch die angestrebten Besucherrekorde ganz von alleine.