EZ 31.7.2004: Mit Harry Piel ins cineastische AbenteuerODP


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Mit Harry Piel ins cineastische Abenteuer

ESSLINGEN: Heute ist Stummfilmtag im "Kino auf der Burg"

Pierre Oser komponiert eine neue Filmmusik für "Was ist los im Zirkus Beely?"

(red) - Gute Unterhaltung und anspruchsvolle Filme sind Markenzeichen des "Kinos auf der Burg". Ein Abend ist stets den Cineasten vorbehalten, und so heißt es heute, Samstag, wieder "Leinwand frei" für Stummfilm-Genuss unter freiem Himmel. Und was die Vorstellung noch einzigartiger macht: Das "Münchner FilmEnsemble" begleitet den Harry-Piel-Klassiker "Was ist los im Zirkus Beely?" mit einem Soundtrack, den der Komponist eigens für den Film geschrieben hat.

Tolle Gags und wilde Action

"Was ist los im Zirkus Beely?" war einer der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahres 1927 - ein Feuerwerk an Gags, wilde Action, gefährliche Stunts, atemberaubende Dressur- und Trapeznummern, wobei romantische Einlagen und ein Happy End nicht fehlen. Harry Piel war eine der schillerndsten Figuren der Filmszene in den zwanziger Jahren: Er war Regisseur, Schauspieler, Artist und Produzent - und in jener Zeit der Inbegriff des Action-Darstellers. Besonders das weibliche Publikum lag ihm zu Füßen.

Die Story lässt einiges erwarten: Harry wird von seinem Freund Robert Jackson um Hilfe gebeten - ein kurzer Anruf, dann bricht das Gespräch ab. Das Telefonat kam vom Zirkus Beely. Peel sieht sich dort um und findet den ermordeten Jackson. An die Wand gekritzelt ist eine Botschaft an Harry, er möge ein verstecktes Dokument suchen und sich um Rose kümmern, Jacksons blinde Tochter. Das Dokument ist ein Kreditbrief, der den Weg zu einem Vermögen eröffnet. Auf der Jagd nach Jacksons Erbe gerät Harry in lebensgefährliche Situationen, wird am Ende jedoch reich belohnt.

Der Rhythmus der Moderne

Das Kommunale Kino zeigt diesen lange verschollenen Film auf der Esslinger Burg in einer viragierten und frisch restaurierten Fassung. Der Münchner Komponist und Pianist Pierre Oser schrieb für "Was ist los im Zirkus Beely?" eine Musik, die an die Machart der Sensationsfilme der frühen Filmgeschichte anknüpft. Klangeffekte akzentuieren das Spiel der Protagonisten, Elemente der Spätromantik, des Expressionismus bis hin zur Tanz- und Schlagermusik der zwanziger Jahre und das Spiel mit vertrauten Mustern der Varieté-, Zirkus- und Filmmusik führen den Besucher in den Rhythmus und das Tempo der anbrechenden Moderne. Das "Münchner FilmEnsemble" spielt in der Originalbesetzung der Uraufführung beim Münchner Filmfest 2004 mit Piccolo- und Querflöte, Klarinette, Trompete, Euphonium, Tenor- und Bariton-Saxofon, Violine, Viola, Violoncello und Klavier.

Die Vorstellung beginnt heute, Samstag, um 22 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr, das musikalische Vorprogramm mit dem Banana-Jazz-Trio beginnt bereits um 20.30 Uhr.

Quelle: Esslinger Zeitung vom 31.7.2004.