EZ 27.10.2005: Traumpalast bietet künftig noch mehr Kino


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ESSLINGEN: Heute werden im Filmtheater in der Weststadt zwei weitere Säle eröffnet

Während die Kinobranche landauf, landab über die schlechten Zeiten klagt, legt der Esslinger Traumpalast noch einmal kräftig zu: Heute werden dort zwei weitere Säle mit zusammen etwa 120 Plätzen eröffnet - künftig stehen im Kinocenter auf dem Dick-Areal mehr als 1700 Sitze in neun Sälen zur Verfügung.

Von Alexander Maier

Heinz Lochmann kennt die Kinoszene aus dem Effeff - immerhin betreibt der Rudersberger Unternehmer neben dem Traumpalast weitere Filmtheater in Schorndorf, Waiblingen, Welzheim, Rudersberg und Biberach. Und er ist überzeugt, dass er mit dem weiteren Ausbau seines Esslinger Kinocenters aufs richtige Pferd setzt: "Esslingen ist hinter Stuttgart zweitgrößter Kinostandort in der Region, doch die dortigen Kinobetreiber haben mit insgesamt 40 Kinosälen ganz andere Möglichkeiten als wir." Esslingen hatte bislang sieben Säle im Traumpalast, zwei weitere im Capitol an der Neckarstraße und einen im Kommunalen Kino - nach Lochmanns Einschätzung zu wenig, um das Filmangebot so auszuwerten, wie er sich das vorstellt. Und so packte er die Gelegenheit beim Schopf, als im ersten Obergeschoss des Dick-Centers Flächen frei wurden, die bislang das Tauchsportcenter genutzt hatte.

Mehr Platz für besondere Filme

Knapp 300 000 Euro hat Lochmann in die beiden neuen Kinosäle investiert - und getreu dem Traumpalast-Konzept steht jeder unter einem eigenen Motto: Ein Saal nennt sich Charlie als Hommage an den Komiker Chaplin, der andere heißt Buster in Erinnerung an Stummfilm-Star Keaton, und natürlich sind beide entsprechend gestaltet. Mit den neuen Spielstätten bekommt Theaterleiter Andy Hoffmann, der als bekennender Cineast nicht nur den Mainstream im Auge behalten möchte, künftig weit bessere Möglichkeiten bei der Programmgestaltung: "Wir können in Zukunft Filme länger spielen, die nicht mehr die ganz großen Säle füllen, aber trotzdem beim Publikum noch gefragt sind. Und wir können auch mal kleinere Filme zeigen, die nicht ganz vorn im Rampenlicht stehen, obwohl sie äußerst sehenswert sind." Was künftig im Traumpalast möglich sein wird, zeigt das neue Programm, das von heute an gilt: Im Kino Buster läuft der Fußball-Film "Goal", im Kino Chaplin ist "Der Duft von Lavendel" zu sehen. "Beide hätten wir nicht im Taumpalast spielen können, weil derzeit viele Filme laufen, die wir zeigen müssen, weil sie von einem größeren Publikum verlangt werden", verrät Andreas Hoffmann.

Dass der Kinostandort Esslingen zwei weitere Säle vertragen kann, ist für Heinz Lochmann keine Frage: "Das Angebot an sehenswerten Filmen ist so groß, dass es genügend Auswahl für den Traumpalast, das Capitol und das Kommunale Kino gibt. Und wenn es trotzdem mal Überschneidungen gibt, kann man das im Gespräch problemlos klären. Dem Kommunalen Kino und uns liegt viel an einem konstruktiven Miteinander. Daran wird sich nichts ändern. Für uns gilt der Grundsatz 'Leben und leben lassen'."

Das Publikum scheint diesen Kurs zu honorieren, denn die Traumpalast-Macher können in das allgemeine Lamento der Kinobranche bislang nicht einstimmen: Während anderswo von rückläufigen Besucherzahlen berichtet wird, peilt man in Esslingen für dieses Jahr erneut die 350 000-Zuschauer-Marke an - und das in einem Jahr, das in der Filmtheaterszene eigentlich als reichlich schwierig gilt. Doch für Lochmann ist klar: "Wir profitieren davon, dass das gesamte Dick-Center immer besser angenommen wird. Und wir bemühen uns, dem Publikum etwas zu bieten." Die beiden neuen Säle sind ein weiterer Schritt in diese Richtung, und der nächste ist schon geplant: Bereits im Dezember soll die Kessler-Bar, die vom Foyer abgetrennt wird, wieder öffnen. Anders als im Kino darf dort auch geraucht werden.

Quelle: Eßlinger Zeitung 27.10.2005

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