Central-Theater


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Presse: [EZ 12.7.2004: Central-Theater ist nun "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung"][EZ 2.2.2005: Central-Theater soll saniert werden][EZ 30.3.2005: Kräftige Farben sorgen in ersten Kinos für Effekte][EZ 19. Juli 2005: "Central"-Restaurierung wird viel teurer]

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Esslingen beherbergt mit dem Central-Theater eines der ältesten erhaltenen Kinos Deutschlands. Inzwischen beherbergt es ein Kultur-Treff mit Tanztheater und Balettschule.

Zur Zeit (2005) steht eine Renovierung an. Nähere Informationen finden Sie dazu auf der Website des Centraltheaters.

Aus den Seiten des Central-Theaters

1629 wurde die „Herberge zum Hammel“ erstmals erwähnt. In den Stallungen und Scheunen wurden um 1850 eine Brennerei und eine Bierbrauerei für das Gasthaus „Zum Goldenen Lamm“ eingerichtet, und dann 1913 entsteht dort ein Lichtspieltheater, das Central-Theater. Inzwischen ist es das älteste noch erhaltene Kino Deutschlands und steht unter Denkmalschutz. Unter einer Wandbespannung sind die neoklassizistischen Stuckornamente erhalten geblieben. Die Bestuhlung, die Beleuchtungskörper und die Ausgestaltung des Kassenvorraums stammen aus den 50er Jahren. Die B-8 Projektoren vom Typ Bauer sowie der neubarocke Heizkörper im runden Foyer sind eine besondere Rarität. Im Frühjahr 1999 wurde der Kulturtreff im Centraltheater am Rossmarkt e.V. gegründet. Heute wird das Central-Theater als Kleinkunstbühne für Tanz, Theater, Eurythmie, Musik und Kabarett genutzt. Der Kulturtreff im Centraltheater am Rossmarkt e.V. lädt Künstler aller Art ein.

Quelle: Central-Theater

Auszug aus dem Artikel Kinos in Esslingen 1899-1990 von Christian Glass.

Noch vor Kriegsausbruch (erste Weltkrieg) eröffnet in Esslingen ein weiterer Kinobetrieb: Durch einen Umbau des Hauses Nr. 9 am Roßmarkt entstand das Central-Theater mit etwa 300 Sitzplätzen. Das Kino gehörte zunächst der Vereinigten Kinematographen GmbH und hatte von 1919 bis in die 30er Jahre einen lebhaften Besitzerwechsel. In einem Bericht der Esslinger Zeitung vom 8. Dezember 1913 heißt es, daß an der Eröffnungsvorstellung auch »mehrere Mitglieder der bürgerlichen Kollegien« teilgenommen haben. Die Aufmerksamkeit, die die Stadtrate dem neuen Lichtspieltheater entgegenbrachten, deutet darauf hin, daß das Kino salonfähig geworden war. Und tatsächlich lobte die Presse, wie schon beim Umbau von Ludwig Mecklingers Lichtspielhaus im selben Jahr, die elegante und stilvolle Inneneinrichtung. Da ist zum Beispiel von einer »vornehmen architekturstimmungsvollen Farbenwirkung« die Rede, die »einzig dastehen dürfte.« Und tatsächlich haben Freilegungsproben, die 1987 im Aufrag des Landesdenkmalamtes durchgeführt wurden, Erstaunliches zu Tage gefördert. Gefunden wurde eine »aquarellierte Federzeichnung der auf der ehemaligen Galerie noch erhaltenen Wandmalerei von {1913}, die sich offensichtlich über den gesamten Zuschauerraum erstreckte. Das Agraffenmotiv in der Mitte ist an den Seitenwänden des Bühnenraums in Reliefform ausgebildet und überliefert.«14 Auch andere architektonische Details sind bis heute fast unverändert erhalten, da im Laufe der Jahrzehnte keine wesentlichen Umbauten durchgeführt wurden.

Die gehobene Ausstattung des Central-Theaters entsprach im Zuschauerraum wie an der Gebäudefassade den für die 20er Jahre charakteristischen Formen des Neoklassizismus und hob sich deutlich von der einfachen Gestaltung der früheren Ladenkinos ab. Damit nahmen die Esslinger Kinos schon recht früh den Trend zum Lichtspielpalast auf, dessen herausragendes Kennzeichen eine eigenständige, teils opulente Innenarchitektur ist. Vorbild für die deutschen Kinos war der {1914} auf dem Montmartre erbaute Gaumont-Palast mit 6000 Sitzplätzen. Theaterarchitektur und Kinoarchitektur wurden jetzt in einem Atemzug genannt. Und nicht wenige der großen Architekten wie etwa Hans Poelzig (Capitol, Berlin 1926), Oskar Kaufmann (Cines am Noilendorfplatz, Berlin 1910) oder Erich Mendelsohn (Universum, Berlin 1927) realisierten neben Theatern auch Kinoneubauten. Der Architekturhistoriker Paul Zucker beschreibt schon 1926 eine wahre Begeisterung der Architekten für das Kino: »... für uns besteht lediglich die Tatsache, daß Filme überall in der Welt laufen, denen unendliche Massen ununterbrochen und dauernd zuströmen, und daß für sie besondere Räume und Gebäude geschaffen worden sind«15 . An anderer Stelle wird betont, daß »Theater und Kino die einzigen Möglichkeiten unserer Zeit (bleiben), Festräume zu schaffen«.

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