Studentenhaus auf Capitol-Gelände


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Esslingen (adi) - Die Tage des Esslinger Traditionskinos Capitol sind gezählt - nach der letzten Abendvorstellung ist am Sonntag Schluss (die EZ berichtete). Nun ist auch klar, wie es auf dem Gelände an der Ecke Neckar- und Fabrikstraße weitergehen soll. Während der Grundstückseigentümer Gernot Ruf bislang nur von einem Neubau mit 19 Wohneinheiten spricht und Fragen nach der Nutzung unter Hinweis auf den laufenden Bauantrag nicht beantwortet, wird Franz Schneider, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, konkreter: "Der Investor will dort in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk etwa 100 Zimmer für Studenten anbieten." Insider berichten, anstelle eines klassischen Wohnheims seien in dem dreigliedrigen Gebäude kleinere Wohneinheiten von je vier bis sechs Zimmern mit gemeinsamem Küchenbereich geplant. Bauherr Gernot Ruf will in einer Tiefgarage "mehr Parkplätze als vorgeschrieben" bauen.

Städtebauliche Aufwertung gefordert

Grundsätzlich, so Schneider, habe die Stadt gegen Studentenwohnungen an dieser Stelle nichts einzuwenden, zumal der Bedarf im Umfeld der Fachhochschule für Technik naheliegend sei. Allerdings müsse die Stadt neben der Nutzung das Umfeld im Auge behalten: "Wenn sich an dieser exponierten Stelle etwas tut, muss ein Neubau mit einer städtebaulichen Aufwertung verbunden sein." Derzeit seien Bauherr, Architekt und Stadt im Gespräch, um die unterschiedlichen Belange unter einen Hut zu bringen. Schneider ist zuversichtlich: "Wenn sich alle bemühen, die verschiedenen Interessen zu berücksichtigen, dürfte einer Genehmigung nichts im Wege stehen."

Unterdessen sorgt die Nachricht von der Schließung des Capitol in der örtlichen Kinoszene kaum für Aufregung. "Es ist schade, dass das letzte einstige Stadtkino schließt, weil wieder ein Ort verschwindet, der abends Leben in die Innenstadt gebracht hat", erklärt Sibylle Tejkl vom Kommunalen Kino, die sich "an den Gedanken gewöhnen muss, dass wir nun das älteste Traditionskino in Esslingen sein werden." Da es die Macher des Capitol versäumt hätten, ihrem Filmtheater ein unverwechselbares Profil zu geben, komme das Ende nicht ganz überraschend. Das Programm des Kommunalen Kinos werde dadurch nicht tangiert. Ähnlich äußert sich Andy Hoffmann, Theaterleiter im Traumpalast-Kinocenter: "Zwei Leinwände weniger bedeuten zwei Filme weniger in Esslingen. An unserer Programmplanung ändert sich dadurch jedoch nichts." Traumpalast-Eigentümer Heinz Lochmann hat freilich bereits angedeutet, dass das Kino in der Weststadt seine Kapazität eventuell noch erhöhen könnte.

Quelle: Eßlinger Zeitung